Faustball – Männer: Befreiungsschlag gegen die Berliner Turnerschaft

Nach der zuletzt mageren Punkteausbeute war die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen die Turnerschaft aus Berlin klar: Mit einem Sieg wäre der ersehnte Klassenerhalt bereits so gut wie gesichert, bei einer Niederlage hingegen wäre man gezwungen, in den letzten beiden Spielen zwei Siege einzufahren um die Klasse zu halten – gegen den zuletzt wiedererstarkten Ahlhorner SV und den VfL Kellinghusen sicher keine leichten Aufgaben. Und so war ein Sieg als Zielvorgabe „alternativlos“, mahnte der Trainer Ole Hermanns sein Team vor dem Spiel. Und glücklicherweise konnte die Mannschaft dieser Vorgabe nachkommen, denn sie zeigte auf jeder Position die beste Leistung der gesamten Saison.
Bereits im ersten Satz machte man deutlich, dass man die Berliner heute nicht mit zwei Punkten nach Hause fahren lassen würde. „Da hatten wir auch sicherlich noch etwas aus dem Hinspiel wieder gut zu machen“, gab Kapitän Aaron Dumke nach dem Spiel zu. Mit tollen Abwehraktionen und konstant präzisem Zuspiel wurde der nach seiner Verletzung zurückgekehrte Hauptangreifer Christos Michalakis immer wieder in Szene gesetzt, welcher stets die Lücke in der gegnerischen Abwehrreihe fand und den ersten Satz mit 11:6 für den TKH nach Hause bringen konnte.
Auch im zweiten Durchgang startete man zunächst furios und lag bereits mit 6:1 in Führung, ehe sich der Gegner plötzlich noch einmal deutlich steigerte. Durch nun zunehmende Eigenfehler in dieser kurzen Schwächephase ließ man die Berliner wieder herankommen und musste den Satz am Ende tatsächlich noch mit 9:11 abgeben. Hier war es nun wichtig, die Ruhe zu bewahren und diesen Rückschlag schnell abzuhaken. „Im Hinspiel hatten wir eine sehr ähnliche Situation und das Spiel dann nach dem zweiten Satz ganz aus der Hand gegeben. Heute haben die Jungs aber total cool reagiert und sich nicht aus dem Takt bringen lassen“, kommentierte Ole Hermanns nach dem Spiel freudig auch die mentale Leistung seines Teams.
Und tatsächlich ließ man sich im dritten Satz nichts anmerken und fand direkt zur Leistung aus dem ersten Durchgang zurück. So konnte dieser Satz deutlich mit 11:5 gewonnen werden und beim Stand von 2:1 für den Gastgeber ging es in die erste Pause. Nach der Unterbrechung leistete Berlin nun deutlich mehr Widerstand und der vierte Satz konnte erst in der Verlängerung beim Stand von 12:10 gewonnen werden. Hier wurde erneut deutlich, wie sehr man das Spiel gewinnen wollte und am Ende machte dieser Wille und Kampfesgeist den Unterschied, denn der nächste Satz konnte wieder wesentlich deutlicher errungen werden. Michalakis traf hier nun beinahe nach Belieben und so sicherte man sich auch den fünften Durchgang mit 11:4. Im sechsten Satz bäumte sich die Turnerschaft noch einmal mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage auf und zog zur Mitte des Satzes auf vier Zähler davon. Der Kampfgeist des TKH erlaubte es zwar, auch hier noch einmal zurückzukommen, jedoch konnte der Satz am Ende nicht mehr gewonnen werden und ging mit 9:11 nach Berlin, sodass es noch in eine zweite Pause ging. Was der TKH dann im anschließenden Satz auf das Feld brachte, unterstrich warum man auch trotz des sehr dünnen Kaders in die 1. Faustballbundesliga gehört und mit einer grandiosen Leistung wurde der letzte Durchgang nahezu ohne richtige Gegenwehr der Berliner mit 11:2 gewonnen.
Mit diesem Sieg steht der Klassenerhalt zwar noch nicht rechnerisch fest, jedoch hat man nun eine sehr komfortable Ausganslage und wenig Druck für die letzten beiden Partien. „Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, dass es uns jetzt noch erwischt“, bemerkte Ole Hermanns und sein Kapitän ergänzte: „Aber wir wollen natürlich trotzdem noch mindestens einen Sieg holen um gar nicht erst in Verlegenheit zu geraten“.
 
Mit einem Auswärtsspiel beim Ahlhorner SV und einem Heimspiel gegen den VfL Kellinghusen findet die Hallensaison 2019/20 am kommenden Wochenende ihr Ende für den TKH. Das Team hofft, diese schwierige und teils turbulente Spielzeit mit ihren Höhen und Tiefen nun mit einem Erfolgserlebnis und natürlich dem endgültig gesicherten Klassenerhalt abzuschließen. Das Heimspiel gegen den VfL Kellinghusen beginnt am 9.2.2020 um 11:00 im Bothfelder Hintzehof.
 
Für den TKH spielten: (1) Merlin Sommer, (2) Yannick Hermann, (5) Tim Vollmer, (7) Aaron Dumke, (8) Ole Brune, (9) Christos Michalakis

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