Modellprojekt Bewegungspädagogenausbildung ein Erfolg

Die Ganztagsbetreuung in Schulen wird immer weiter ausgebaut und im Bereich Sport und Bewegung nehmen die Angebote immer weiter zu. Dadurch sind immer öfter Sportvereine auch in die Durchführung involviert und stellen in diesem Zusammenhang vermehrt Mitarbeitende. Diese sind jedoch oftmals pädagogisch nicht ausreichend geschult, da es zurzeit noch an qualitativen Weiterbildungen im Bereich der Bewegungspädagogik fehlt.

Diese Lücke soll durch ein vom Landessportbund Niedersachsen (LSB), Stadt- bzw. Regionssportbund Hannover (SSB/RSB) und Turn-Klubb zu Hannover (TKH) erarbeitetes Konzept gefüllt werden. In einem Pilotprojekt soll der allgemeine Bedarf und auch die inhaltliche Ausgestaltung der „Weiterbildung zur pädagogischen Sport- und Bewegungsfachkraft im Ganztag“ in zwei Modellphasen geklärt werden.

Das Ziel ist es, pädagogische Fachkenntnisse mit Bewegungspädagogik zu verbinden und somit eine, nicht nur sportfachlich, sondern auch im Sinne der Erziehungslehre kompetente Betreuung zu sichern. Geplant ist, ein Ergebnis in einem Umfang von 120 Lerneinheiten (LE) durchzuführen, wobei die Verknüpfung mit dem bestehenden Breitensport-Lizenzsystem des LSB stattfinden soll.

In den zwei Modellphasen soll unter anderem herausgefiltert werden, welche Inhalte vertieft werden sollten bzw. welche weiteren Inhalte sinnvoll sind. Hierzu wird auch von den Leitenden des Pilotprojekts der enge Kontakt zu den Teilnehmenden gesucht.

Die erste Modellphase mit 20 Teilnehmenden ist im Januar dieses Jahres zu Ende gegangen und bisher ziehen die an der Planung, Ausgestaltung und Durchführung beteiligten Personen ein positives Fazit. Torben Schrader (TKH): „Neben den Inhalten, die durch uns Referierende vermittelt werden, ist besonders der Austausch der Teilnehmenden wichtig. Sie kommen aus unterschiedlichen Vereinen und Themenbereichen und haben somit sehr verschiedene Erfahrungen. Um dabei den Austausch anzuregen, haben wir die Arbeitsgruppen bunt gemischt, sodass nicht die Personen zusammen eine Gruppe bilden, die sich bereits kennen.“

Die erste Modellphase umfasste 40 LE, welche in 4 Präsenztermine und 6 ergänzende Onlineveranstaltungen auf dem edubreak-Campus des LSB aufgeteilt wurden. Die zweite Modellphase, aktuell geplant von März bis Juni, soll 40 LE umfassen und wird mit den bisherigen Teilnehmenden fortgesetzt. Inhaltlich ist in der Weiterbildung vorgesehen, verschiedene Themen aufzugreifen. Zu diesen gehören unter anderem Aspekte des Bewegungslernens, des Arbeitsumfelds Schule aber auch medizinische Grundlagen im Bereich der ersten Hilfe und Gesprächen über Ernährung und Gesundheit. Dabei soll den Teilnehmenden die Möglichkeit geboten werden, aus der Erfahrung der Referent*innen und aus dem praktischen Alltag zu lernen.

Bei einer erfolgreichen Weiterführung der Modellphase ist es das Ziel, die Weiterbildung, wenn nötig, anzupassen und dann in 2022/2023 in das bestehende Aus-, Fort- und Weiterbildungssystem des LSB aufzunehmen, um das Format auch anderen Sportregionen zu ermöglichen.

Mitinitiator und stellvertretender Vorsitzender des TKH, Karl Schilling, ist sehr angetan von dem Projekt: „Ich freue mich, dass das Angebot bereits in der Pilotphase so gut angenommen wird. Wir möchten den Kindern und Jugendlichen eine noch bessere Betreuung im Ganztag ermöglichen.“ Niels Uhde-Kracht, Mitinitiator der Abteilung Bildung im LSB, ergänzt: „Als Initiatoren sehen wir den Mehrwert für die Mitarbeitenden und Kinder im Ganztag, sowie den organisierten Sport in Niedersachsen. Sport und Bewegung könnten so noch gezielter in den Alltag der jungen Menschen integriert und die Brücke zu den Vereinen geschlagen werden.