Im Sportverein etwas wagen

– TKH-Bewegungsangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen
Seit Frühjahr 2017 erleichtert ein neues Angebot Menschen mit psychischen Erkrankungen im Sportverein aktiv zu werden. Dabei handelt es sich um eine Gruppe im Rahmen des TKH-Rehabilitationssportangebots – vom Arzt verordnet und von den Krankenkassen finanziell unterstützt – wie dies viele Menschen als Herzsport bei Herzkreislauferkrankungen kennen. Dass dies auch für Menschen mit einer psychiatrischen Diagnose möglich ist, soll bei Ärzten, Betroffenen, Sportvereinen und Übungsleitern noch viel stärker bekannt gemacht werden. In den letzten 2 Jahren ist die Gruppe unter Leitung von Katriona Keller-Varady, Sportwissenschaftlerin und Initiatorin des neuen Sportangebots, beständig gewachsen und das Angebot erweitert worden. Teilnehmer können montags bei einem draußen in der Natur durchgeführten Programm aktiv werden, das schwerpunktmäßig die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessern soll, aber auch Übungen aus der funktionellen Gymnastik und spielerische Elemente einbezieht. Mittwochs können die Teilnehmer in der Turnhalle mit einem speziell auf sie abgestimmten, angeleiteten Trainingsprogramm in der Gruppe ihre Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit trainieren und verschiedene Sportarten kennenlernen. Durch Übungen mit Kleingeräten wie dem Gymnastikball oder der Kurzhantel und zahlreiche Spielformen, kombiniert mit Denkaufgaben, wird nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert: Viele Studien konnten bereits zeigen, dass körperliche Aktivität nicht nur die körperliche Gesundheit sondern eben auch die psychische Gesundheit der Aktiven fördert. Mit dem vielseitigen Sportprogramm wird also nicht nur orthopädischen und inneren Erkrankungen vorgebeugt, sondern es kann auch das Wohlbefinden und die Lebensqualität sowie die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert werden – und das sehen wir auch in unseren Gruppen! Das Angebot trägt zur Gestaltung der Freizeit bei, ermöglicht Kontakte zu knüpfen und hilft Spaß an der Bewegung wiederzuerlangen und langfristig mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Interessierte müssen vorher in der Rehasport-Beratung im TKH vorbeischauen (Montag 17:00 bis 17:50 Uhr und Donnerstag 14:00 bis 14:50 Uhr in der Geschäftsstelle des TKH, Maschstr. 16, 30169 Hannover, Telefon: 0511/ 70 03 50 50) oder per E-Mail mit der Übungsleiterin Kontakt aufnehmen (info@turn-klubb.de). Weitere Informationen finden sich auch im Internet (https://www.turn-klubb.de/de/sportangebot/rehasport/rehasport-fuer-psychisch-erkrankte/).
 
 
Helft mit den Rehasport bei psychischen Erkrankungen in ganz Hannover bekannt zu machen!
Wie das geht? Erzählt euren Nachbarn, Bekannten und vor allem euren Ärzten davon, dass eine Rehasport-Verordnung Menschen mit psychischen Erkrankungen den Weg zurück in ein bewegtes Leben zeigen kann. Hier in unserem Sportverein. Unten findet ihr eine Notiz zum Ausschneiden und Weitergeben. Denn viele Betroffene und Ärzte wissen noch gar nichts davon.
 
(Text und Fotos von der Übungsleiterin, Katriona)