Regelwerk

Die Waffen

Bei den Waffen unterscheiden wir drei Arten: das Florett, den Degen und den Säbel. Die drei Waffen unterscheiden sich in Trefffläche und Regelwerk, so dass sich für jede Waffe eine charakteristische Kampfweise ergibt. Am athletischsten wird sicher mit dem Florett gekämpft, die schnellste Waffe ist der Säbel und der Degen ist stark von Taktik und hoher Präzision geprägt.

Die Entwicklung von Degen, Florett und Säbel geht auf die historischen Waffen zurück. Aus dem schweren Schwert wurde zunächst der leichte Degen. Er war die bevorzugte Duellwaffe seiner Zeit. Damit wird verständlich, warum beim Degenfechten der ganze Körper Trefffläche ist; schließlich kam es nur darauf an, seinem Gegner möglichst schwere Verletzungen beizubringen. Das eigentliche Ziel war es, den Kontrahenten im Duell zu besiegen. Deshalb kam man auf die Idee, beim Training spezielle Stöße auf den Rumpf einzuüben, da diese meist tödlich waren. Zu diesem Training benutzte man eine etwas leichtere Übungswaffe mit abgestumpfter Spitze. Mit der Zeit machte sich diese Waffe selbstständig; heute nennt sie sich FIorett. Da dessen abgespitzte Klingenspitze einem Blütenkopf ähnlich war, nannten die Italiener es Floretta (= Blume). Im französischen wurde aus fleur (= Blume) “Fleuret” und den Rest kann man sich denken. Der Säbel entstand mehr oder weniger unabhängig von den beiden, er geht im Wesentlichen auf Guiseppe Radaelli, einen italienischen Fechtmeister, zurück.

Das Florett

Keine andere Waffe fordert vom Fechter ein ähnliches Höchstmaß an technischem Vermögen und Präzision wie das biegsame Florett. Wer Weltniveau erreichen will, muss einige hundert Aktionen in langer, mühevoller Lehrzeit erlernen. Jedes Gefecht ist anders und man muss sich für jedes Gefecht taktisch neu einstellen. Die Dynamik der Bewegungen erfordert von den Florettfechtern ein besonderes Maß an Athletik und Körperbewusstsein. Die Vielfalt an unterschiedlichen Aktionen, wie auch die fast spielerische Eleganz (florett = ital.: Blume) dieser Disziplin, machen aber gerade den Reiz des Florettfechtens aus. Kenner der Szene bezeichnen das Florettfechten deshalb auch als die Königs-Disziplin, als “das Tüpfelchen auf dem I” jeder Meisterschaft.

Das moderne Florett entwickelte sich aus einer Übungswaffe zum genauen Treffen. Davon ist heute die reduzierte Trefferfläche – ausschließlich der Rumpf – erhalten. Es ist eine reine Stoßwaffe. Nur wenn seine Spitze, deren Durchmesser 6 mm misst, mit einem Druck von mindestens 500 Gramm die gegnerische Treff-Fläche berührt, wird ein Treffer elektronisch angezeigt. Die elektronische Trefferanzeige ist in der Lage, gültige und ungültige Treffer zu unterscheiden. Ein sogenannter Obmann (Schiedsrichter) leitet die Gefechte. Im Unterschied zum Degen bekommt nicht der Fechter den Punkt, der zuerst trifft, sondern um zu punkten, muss man entweder als erster seinen Angriff starten oder den gegnerischen Angriff parieren und eine Riposte setzen.

Der Säbel

Das Säbelfechten ist die dynamischste Fecht-Disziplin und unterscheidet sich von den beiden anderen Waffen durch die Möglichkeit neben Stößen auch Hiebe zum Erzielen von Treffern einzusetzen. Die Dynamik ergibt sich aus der Tatsache, dass zum einen nur blitzschnell durchgeführte Attacken als Treffer gewertet werden und zum anderen ein Säbelhieb so schwierig zu parieren ist, dass man ganz nach dem Motto “Angriff ist die beste Verteidigung” durch offensives Agieren generell besser steht. Auf der Planche löst deshalb ein Angriff den anderen ab und ein Säbelgefecht wird durch diesen spektakulären Schlagabtausch zu einem besonderen Zuschauererle

Der Säbel entstand mehr oder weniger unabhängig von den anderen beiden Waffen. Auch heute sind die Säbelfechter ein eigenes Völkchen unter den Sportfechtern. Das Wort Säbel kommt aus dem ungarischen und heißt soviel wie einschneidige Hiebwaffe. Der Säbel ist eine Hieb- und Stoßwaffe, die seit 1987 auch elektrisch gefochten wird. Die Treff-Fläche ist der gesamte Oberkörper (einschließlich Kopf und Arme) bis zur Gürtellinie. Gültige Treffer (Hiebe oder Stö